34 Schüler der 4. Klasse der Grund- und Mittelschule Margetshöchheim pflanzten am Dienstagmorgen mit eigener Muskelkraft 10 von 30 Obstbäumen in der Sandflur. Tatkräftig unterstützt wurden sie dabei von den Lehrerinnen Ursula Groksch und Sabine Oppel, von Bürgermeister Waldemar Brohm, von Brigitte Muth-von Hinten vom Bund Naturschutz sowie Mitarbeitern des Landschaftspflegeverbandes Würzburg. Bereits im Vorjahr hatten Schüler 11 Obstbäume in der Nähe gepflanzt. Außerdem nutzt die Schule das Obst der gemeindeeigenen Streuobstflächen für einen eigenen Apfelsaft, der von einer eigens gegründeten Schülerfirma vermarktet wird. „Die Aktivitäten in den umliegenden Streuobstwiesen“, erläutert Lehrerin Ursula Groksch „sind für uns ein wichtiger Bestandteil für einen ganzheitlichen Unterricht. Außerdem wollen wir damit die Identifikation mit der Heimat stärken.“ Für ihr Engagement in der Umweltbildung wurde der Schule schon mehrfach das Prädikat „Umweltschule“ von der deutschen Gesellschaft für Umweltbildung verliehen.

Die Pflanzaktion mit der Schule ist für Bürgermeister Waldemar Brohm Teil der Fortsetzung der Bemühungen um den Erhalt der Streuobstwiesen in Margetshöchheim. „Unsere Streuobstwiesen sind ein kulturelles Erbe und ein wichtiger Bestandteil der heimischen Kulturlandschaft. Die extensive Nutzung leistet einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Grundwasserqualität. Daher hat sich die Gemeinde Margetshöchheim zum Ziel gesetzt diese langfristig zu erhalten.“ so Brohm. Um dieses Ziel zu erreichen wurde in den letzten Jahren ein Pflege- und Entwicklungsplan für die gemeindeeigenen Streuobstwiesen erarbeitet. Die Bestandserfassung hat gezeigt, dass in 20 Jahren nur noch ca. ein Drittel des jetzigen Baumbestandes erhalten sein wird. „Die Nachpflanzung und die Pflege von Jungbäumen hat für den langfristigen Erhalt der Obstbestände daher oberste Priorität“ erklärt Brohm. So wurden seit Beginn der Aktion im Herbst 2012 nun schon über 100 Obstbäume auf gemeindeeigenen Flächen gepflanzt. In der Sandflur sollen auch in den nächsten Jahren jährlich ca. 25 Obstbäume gesetzt werden.

„Dieses Jahr können wir in Margetshöchheim besondere Sorten-Raritäten pflanzen.“ erklärt Hubert Marquart, Geschäftsführer vom Landschaftspflegeverband Würzburg. Der Landkreis Würzburg hat von 2007 bis 2010 seltene Obstsorten in der Region erfasst und dokumentiert. Im Rahmen der Sortenkartierung wurden 144 Apfelsorten und 39 Birnensorten gefunden. Besonders seltene und erhaltenswerte Sorten wurden zur Vermehrung an Baumschulen weitergegeben. Nun steht die erste Charge der Besonderheiten zur Pflanzung zur Verfügung. „Kleiner Herrenapfel“, „Herzogin Olga“, „Kugelapfel“, „Wöbers Rambur“ oder „Pfaffenhofer Schmelzling“ sind einige Vertreter aus dem bunten Sortenkabinett. Mit dieser Aktion wollen wir diese althergebrachten Sorten für künftige Generationen erhalten.“ erklärt Marquart das Engagement des Landschaftspflegeverbandes. „Zu kaufen gibt es nämlich diese Sorten in der Baumschule in der Regel nicht. Wichtig ist für uns auch, dass es sich um bewährte und robuste Sorten handelt, da man im Wasserschutzgebiet auf eine intensive Pflege und Düngung verzichten muss.“

Die Nachpflanzungen alleine führen noch nicht zum Ziel weiß Bürgermeister Brohm. Daher soll in den nächsten Schritten, die Pflege der Altbäume und die Verwertung des Obstes in Angriff genommen werden. Dazu soll in 2014 eine Streuobstgenossenschaft ins Leben gerufen werden, die sich um diese Aufgaben kümmert.


Kontakte für Nachfragen:
Projektbetreuung, Alexander Vorbeck: 06029/99 56 44, 0170 90 59 519
Gemeinde Margetshöchheim, Bürgermeister Brohm: 0931 /46 86 225
Landschaftspflegeverband Würzburg, Hubert Marquart: 0931/8003-209
Mittelschule Margetshöchheim, Frau Groksch, Frau Reuther: 0931 /46 13 49




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