Neupflanzung

Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass die gepflanzten Obstbäume langfristig zu einer ästhetischen und ökologischen Bereicherung unserer Landschaft beitragen. Dies setzt neben einer fachgerechten Pflanzung auch Ihr Engagement hinsichtlich der Pflege und des Unterhalts in den nächsten Jahren voraus.  Bedenken Sie, dass wir in vielfacher Hinsicht in der Landschaft von den "Pflanzleistungen" unserer Eltern und Großeltern profitieren.
Was wir heute pflanzen und pflegen, dient unseren Kindern und Enkelkindern. Bitte kümmern Sie sich deshalb sorgsam um Ihre neu gepflanzten Obstbäume.

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Die Marktgemeinde Gelchsheim liegt am südlichen Rande vom Ochsenfurter Gau, westlich von Aub.

Das Rathaus aus dem Jahre 1666, Schloss Gelchsheim und die Kapelle „zum gegeißelten Heiland“ bilden das kulturelle „Erbe“ der Gemeinde, die so ab 1219  geprägt wurde, vom Deutschen Orden. Wie an vielen Dörfern im Ochsenfurter Gau prägte früher vor allem der Streuobstbestand das „äußerliche“ Erscheinungsbild der Dorflandschaften, um dann in die Lössackerflächenj über zu gehen.

Leider sind im 20sten Jahrhundert diese Flächen extrem geschrumpft. Auch durch „Abholzungsprämie“ vom Freistaat Bayern. 
Um die Reststrukturen zu erhalten, bzw. zu ergänzen und zu erweitern wurde im November eine Streuobstallee zwischen Gelchsheim und dem Ortsteil 0ellingen mit 18 Streuobstbäumen gepflanzt.

Der Landschaftpflegeverband hat hier federführend mittels Finanzierung durch die Regierung von Unterfranken (LNPR), Unterstützung der Gemeinde, freiwilligen Helfern (Landwirte) aus der Gemeinde, vor allem durch Herrn Bürgermeister Roland Nöth, und dem Landesbund für Vogelschutz, sowie vom Bauhof dieses Projekt „Streuobstallee“ verwirklicht.

Alte Sorten, die im Landkreis beheimatet sind oder waren wurden vorzugsweise gepflanzt, z.B.:
Birnensorten wie Gute Grau, Madame Verte, Mollebusch
Apfelsorten wie Alex Lucas, Berlepsch, Kaiser Wilhelm

Durch die Auswahl, eben alter Sorten und fachlicher Begleitung über die Baumschule Wolfgang Graf (aus Wü-Oberdürrbach) war der hohe Qualitätsstandard der Obstbäume von vornherein gesichert. Jetzt heißt es pflegen, gießen und nochmals gießen um einen guten Start der Allee zu ermöglichen.

Diese Allee soll auch als zukünftiges Jagd- und Brutrevier vom Steinkauz dienen.
Als Sing- und Brutbiotop von der Grauammer bis hin zum Ortolan.

 

 

Transport und Lagerung

  • Wurzelnacktes Pflanzgut nicht bei Temperaturen unter 0 °C bzw. über 20 °C transportieren.
  • Transport möglichst nur in geschlossenem Fahrzeug oder zumindest mit Plane abgedeckt.
  • Kurzfristige Lagerung (ein Tag) ist an einem schattigen, kühlen Ort möglich, dann z.B. mit nassen Säcken die Wurzeln feucht halten. Bei späterer Pflanzung die Bäume im Wurzelbereich in feuchten Sand oder Erdboden einschlagen.

 

Pflanzschnitt

Mit dem Pflanzschnitt legen Sie die grundsätzliche Kronengestalt fest.
Neben dem Mitteltrieb belässt man in der Regel drei seitliche Leitäste, bei günstiger Aststellung auch vier,
siehe folgende Abbildung;



a) Beim Pflanzschnitt werden nach Auswahl des Mitteltriebes und dreier günstig stehender Leittriebe (also gleichmäßig in Höhe und Himmelsrichtung verteilt) alle anderen Triebe auf Astring entfernt.
b) Beim Rückschnitt der Leittriebe muss darauf geachtet werden, dass die Endknospen nach außen stehen. Man wird etwa die halbe Trieblänge abschneiden. Um später eine flache Krone zu erhalten, darf der Mitteltrieb höchstens 10 cm über die Seitentriebe hinausragen.
c) Falscher Pflanzschnitt: zu viele Leitäste und zu langer Mitteltrieb.


Pflanzung

  • Die Bäume sind in einem ausreichenden Abstand zu pflanzen: Apfel, Birne mit 9 – 12 m, Süßkirschen und Walnüsse 11 – 13 m und Zwetschgen 6 – 8 m.
  • Das Pflanzloch sollte einen Durchmesser von ca. 0,80 m aufweisen. Die Erde wird dabei mindestens eine Spatentiefe ausgehoben und der Unterboden im Pflanzloch eine weitere Spatentiefe gelockert.
  • Die Enden der stärkeren Wurzeltriebe sollten kurz angeschnitten werden. Geknickte oder abgefaulte Wurzeln schneidet man vor dem Einpflanzen so weit zurück, bis das Wurzelinnere weiß erscheint.
  • Beim Verfüllen den Baum im Pflanzloch rütteln, um Hohlräume im Wurzelraum zu vermeiden. Nach der Pflanzung soll die Veredlungsstelle ca. 10 cm über dem Boden liegen. Wir empfehlen die Zugabe von ca. 20 l Mutterboden, so dass ein kleiner Pflanzhügel entsteht, der gewährleistet, dass auch nach der Bodensetzung der Wurzelbereich im gut durchlüfteten Bodenhorizont verbleibt.
  • Der Pfahl ist an der Westseite (Hauptwindrichtung) einzuschlagen. Die Anbindung erfolgt mit einem Kokosstrick (fester Steg zwischen Baum und Pfahl).
  • Als Verdunstungsschutz ist nach der Pflanzung eine Baumscheibe mit einer ca. 8 cm dicken Mulchschicht herzustellen (Holzhäcksel, Stroh – kein Rindenmulch!).
  • Wichtig: Die Baumscheibe ist die ersten 6 Jahre durch Hacken und Nachmulchen freizuhalten. Erfahrungen zeigen, dass mit dieser Offenhaltung ein deutlich bessere Triebentwicklung stattfindet.
  • Nach der Pflanzung ist der Baum bei jeder Witterung ausgiebig zu wässern und einzuschlämmen (ca. 10 – 20 l) – selbst bei Regen!

 

 

Folgepflege

Wässern
In den ersten drei Jahren sollten die Bäume in sehr trockenen Perioden regelmäßig und kräftig gegossen werden.

Schnittmaßnahmen
Gerade in den ersten Jahren sind die Schnittmaßnahmen zur Erziehung einer guten Baumkrone unerlässlich. Eine gut erzogene (d.h. geschnittene) Krone erleichtert später die Ernte und notwendige Verjüngungsschnitte ungemein. Üblicherweise schneidet man Obstbäume im Winter (Beginn nach dem Laubfall), wobei für Äpfel und Birnen die Zeit von Januar bis März besonders günstig ist. Bei Temperaturen unter -8 °C unterbricht man die Arbeit. Den Kirschenschnitt erledigt man am besten nach der Ernte. Die Walnuss erfordert meist nur kleinere Korrekturen, die zur optimalen Wundheilung im August durchgeführt werden. Neuere Untersuchungen haben auch gezeigt, dass von allen Obstarten ein sommerlicher Baumschnitt sehr gut vertragen wird.

Schnitt des Jungbaumes im ersten und zweiten Jahr:

a) Zuerst werden die nach oben wachsenden Konkurrenztriebeauf Astring entfernt, ebenso andere starke, nach innen wachsende Triebe.
b) Bei dem Rückschnitt der Leitastverlängerungen um etwa ein Drittel darauf achten, dass die Knospen an der Schnittstelle nach außen stehen. Sodann müssen die Schnittstellen der Leitäste auf gleicher Höhe sein („Saftwaage“). Die übrigen Triebe werden nicht zurückgeschnitten, sondern heruntergebunden, wenn sie über die Schnittstellen ragen.

 

Pflanzenschutz

  • Um Wildverbiss entgegenzuwirken, sind Drahthose oder Manschette am Stamm anzubringen.
  • Bei starkem Auftreten von Wühlmäusen sollte die Wurzel in einen Drahtkorb gepflanzt werden.
  • Chemische Pflanzenschutzmittel sollten bei diesen Bäumen nicht zum Einsatz kommen. Im Bedarfsfall sind biologische Mittel gegen Schädlinge und Erkrankungen zu verwenden, die den Erhalt der Nützlinge bzw. Blütenbestäuber sichern.


(Überarbeitet von Hubert Marquart nach freundlicher Überlassung durch den Landschaftspflegeverband Mittelfranken)

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